Am Ende der Woche, in der die Wohnung ein Gefängnis, in der die Arbeit keine, sitzt Jan vor dem Computer und schreibt sich selber ein Mail, zwei Mails, drei Mails, 13 Mails, er sendet, ab die Post, auf vom Drehstuhl, ins Bad, im Spiegel, auf dem Rückstände von Zahnpasta wie zerquetschte Mücken auf der Windschutzscheibe kleben, kontrolliert Jan die Farbe seiner Haare, das Blau wird blasser, doch sie wird ihn nicht sehen, nicht heute, nicht morgen, nicht dann und wann, vielleicht nur durch Zufall erneut, hinaus, die Treppe hinunter, die Tür fällt laut ins Schloss, die Kälte draussen ist ihm nicht fremd, er wartet kurz auf das Tram, wartet lange seit Tagen, ein Paar steigt mit ihm zu, setzt sich vor ihn, küsst und herzt sich, Wange an Wange, Kopf an Kopf, blondes Haar, schwarzes Haar, Ying und Yang, Dominostein, Marmorcake, das Rezept seiner Mutter, vier Eier und 200 Gramm Zucker, Mehl und Jan steigt aus, hinauf in den vierten Stock des braunen Hauses, hinein in die Redaktion, die still und deren Atem stinkt, getrunkener Kaffee, gerauchte Zigaretten, auf Jans Tisch Post und weitere Papiere, zur Seite damit, den Computer einschalten, die Mails empfangen, 35 an der Zahl, 12 löscht er, 13 bleiben, und-raus-bist-du, seine Mails an Anna, die beginnen mit Liebste, mit Liebe Anna, mit Hallo mit Prinzessin, er denkt an sie, versucht, mit ihren Augen zu lesen, liest, schmunzelt, lacht, ärgert sich, sucht nach der Antwort, die Worte erklären nicht, was sie sollten, die Worte drehen sich im Kreis, die Worte meinen entschuldige, die Worte tun sich selber leid, die Worte zeigen Möglichkeiten, die Worte machen die Tat nicht wett, Jan löscht die Mails ganz ungehalten, atmet tief ein und ruft sie an, faselt nicht lange, steht zum Betrug, trocken sagt sie Na schön, na gut, doch die Stimme - diese Stimme kann gar nicht sein ohne ein Lächeln im Gesicht.